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Die Nacht davor

Was war passiert…

 

Eines vorneweg, es kann sein, dass dich Themen triggern werden und dein innerer Kritiker massiv rebelliert. Sollte das so sein, dann darfst du dich glücklich schätzen, denn das ist ein Zeichen, welchem du nachgehen darfst. Gewisse Bereiche kannst du selbst angehen und bei anderen Themen brauchst Du Unterstützung, um das verarbeiten zu können. Dafür stehe ich dir gerne zu Seite und begleite dich auf deinem Weg.

 

An diesem Sonntag im November 2020 schien alles noch im grünen Bereich zu sein.
Es war am Abend vom 8. November 2020, als es bei uns an der Tür um ca. 22:30 sturm geklingelt hat. Vor der Türe stand unsere
Nachbarin, völlig aufgelöst, und sagte: «ihr Mann sei gestürzt und liege bewusstlos am Boden!». Wir waren schon länger im Bett und ich hatte schon geschlafen. Ok, also sind wir aufgestanden und zu ihr rüber. Ich hatte schon ein komisches Gefühl, denn er war 83ig und da kann schon mal was sein. Er lag in seinem Büro auf dem Boden und atmete schwer. Der Sturz war so, dass er den Kopf am Schrank hatte und der Körper davor lag. Der Notfall war schon am Telefon und gab nun Anweisungen, dass wir ihn in die Bewusstlosenlage legen sollten, doch es war kaum möglich, denn die Beine waren sehr steif und angespannt. Mit allen Kräften haben wir das nun geschafft. Ich war nun bei Ihm und stütze Ihn und habe immer mit ihm gesprochen. Meine Frau ging zu seiner Frau, denn sie war völlig am Limit, was ihr sicher alle versteht. Klar kam immer wieder die Frage auf, wird er sterben? Ich versuchte diesen Gedanken auszublenden und war einfach für ihn da. Es vergingen die längsten Minuten meines Lebens bis dann endlich der Notarzt und die Sanität kam. In dieser Zeit habe ich einfach funktioniert und spürte aber, wie ich immer mehr an Energie verlor. Mir kam es so vor, dass mir jemand, also er die Energie absaugt. Ich fühlte mich immer schlechter. So verlies ich den Ort und versuchte meine Gedanken zu ordnen.

Der Notarzt und die Sanität waren an ihrer Arbeit und immer wieder fragte die Frau: «Wird er sterben?» Doch es kam keine Antwort, sondern nur, er muss so schnell als möglich ins Spital.

Mit Mühe brachten sie ihn das Treppenhaus hinunter und dann in den Krankenwagen.
Mittlerweile war auch eine seiner Töchter und der Sohn gekommen und diese sind dann mit Ihm ins Spital gefahren.

Voll Adrenalin sind wir dann zurück ins Haus gekehrt und klar haben uns die Kinder mit diversen Fragen gelöchert und wir gaben geduldig Antwort. Als wir wieder im Bett lagen, klingelte um ca. 01:30 das Telefon und die Ehefrau war dran. Sie schrie ins Telefon ihr Mann werde sterben, er habe einen Aorta-Riss und man könne nichts mehr machen.

So versuchte ich nun den Schlaf zu finden, was eigentlich nur logisch ist, dass dies ein schwieriges Unterfangen war. Den anderen Teil kennt ihr ja bereits und wie es danach weiter ging erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

 

Hier in der Zwischenzeit noch ein paar Fragen:

 

  • Hast du dich schon mit dem Thema Tod auseinandergesetzt?
  • Was löst dieses Thema für Gefühle in Dir aus?
  • Welche Erfahrungen gab es bis jetzt mit dem Thema Tod?
  • Hast du dich mit deinem Testament befasst?
  • Wie steht es mit einer Patientenverfügung?
  • Wie siehst du das mit dem Leben nach dem Tod?